Dekorationen und Geschenke zum Fest der Liebe
Weihnachten, das in den meisten christlich geprägten Ländern der Welt am 25. Dezember gefeierte wichtigste christliche Fest, wird heute begangen als das Fest der Geburt Jesu. Historisch gesehen jedoch handelt es sich um eine Festlegung: das Datum der Geburt Christi ist weder bekannt noch rekonstruierbar. Dabei ist nicht nur der Tag selbst unbekannt, auch der Monat und das Jahr der Geburt Jesu gelten als umstritten. Historiker vermuten, dass Jesus Christus spätestens im Jahr 4-11 v. Chr. geboren sein müsste. In der frühen altpalästinensischen Kirche wird die Geburt Christi im Mai gefeiert, zu Beginn des dritten Jahrhunderts nennt die in Ägypten verfasste Schrift von Clemens von Alexandria einen Tag zwischen Ostern und Pfingsten als Geburtstermin. Es wird verschiedentlich darüber spekuliert, weshalb sich im Rom des dritten Jahrhunderts schließlich der 25. Dezember als Feiertagsdatum durchsetzte. Es gibt mehrere, zum Teil divergierende theoretische Ansätze zur Klärung der kalendarischen Herkunft des Weihnachtsfestes. Unter anderem wird vermutet, dass Weihnachten das seit 275 n. Chr. gefeierte Geburtsfest des Sonnenkult-Gottes „Sol Invictus“ abgelöst hat, das nach dem julianischen Kalender zur Wintersonnenwende am 25. Dezember begangen wurde. Andere Hypothesen vermuten Zusammenhänge mit dem Sieg des Kaisers Konstantin sowie kalendarische Ursprünge in Berechnungen, die die Empfängnis Mariä auf den 25. März datieren - was rechnerisch die Geburt Jesu auf den 25. Dezember fallen lässt.

Der Brauch, Weihnachten mit gegenseitigen Geschenken zu feiern, wurde erst in der Reformation von Martin Luther eingeführt. Bis dahin galt der Nikolaustag als Festtag, an dem Kinder traditionell mit Geschenken bedacht wurden. Grund hierfür war Luthers Skepsis gegenüber der Heiligenvermehrung und sein Ziel, mit der Variation des Brauches das Interesse der Kinder auf Christus zu lenken. Das Krippenspiel dagegen blickt auf eine alte hochmittelalterliche Tradition zurück: überliefert sind Krippenspiele schon aus dem 11. Jahrhundert. Wie das österliche Mysterienspiel wurden auch Krippenspiele zunächst im Kirchenraum aufgeführt, bis sie ab dem 13. Jahrhundert aus dem Kirchenraum auf weltliche Marktbühnen verlegt wurden.
Das Weihnachtsfest heute ist – zumindest in der westlichen Hemisphäre – von einer zunehmenden Vereinheitlichung lokaler Traditionen gekennzeichnet. Der geschmückte Weihnachtsbaum, ein Brauch, der ab dem 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum urkundlich belegt werden kann und sich ab dem 18. Jahrhundert schnell ausbreitet – zählt ebenso zu den internationalen Bräuchen wie mittlerweile auch der Lichterschmuck an Privathäusern und öffentlichen Plätzen, der in den letzten Jahrzehnten vermehrt auch im europäischen Raum rasch aufgegriffen wurde. Während sich letzte lokale Traditionsunterschiede in den weihnachtlichen Kochgewohnheiten gehalten haben (neben der Weihnachtsgans und dem laut Umfragen bei einem Drittel deutscher Haushalte an Weihnachten aufgetischten Kartoffelsalat setzen sich hierorts auch Weihnachtsgerichte aus dem osteuropäischen Raum wie der Weihnachtsborschtsch durch), ist der Brauch, sich am Weihnachtsfest gegenseitig zu beschenken, grenzüberschreitend.
Was genau geschenkt wird, ist stark von politischer Situation und Konjunktur des Landes abhängig. In knappen Zeiten wird eher Praktisches und Nützliches geschenkt: nach 1945 gehören warme Socken, ein Schal oder ein auf dem Schwarzmarkt glücklich erbeuteter Schinken zur typischen Bescherung. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kommen festliche, luxuriöse Geschenke wie Parfum oder Schmuck in Betracht. Skeptiker der weihnachtlichen Kommerzialisierung vertrauen dagegen auf die persönliche Note, die Selbstgebasteltes, Selbstgenähtes und -gestricktes hat. Neben dem Luxusartikel und dem eigens für den Beschenkten hergestellten handgemachten Geschenk sind in den vergangenen Jahren vermehrt Hobby- und elektronische Artikel beliebte Geschenke für die Weihnachtszeit geworden.